Die Parteilose Wählergemeinschaft (PWG) hat im Oberammergauer Gemeinderat einen Antrag zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gestellt. Die Initiative ging aus dem Projekt "Politik hört Jugend" hervor, welche Anfang Januar im alten Kino der "MachBar" stattfand. Dort hatten Jugendliche ihre Erfahrungen und Wünsche zum ÖPNV geäußert. Ein zentrales Anliegen war dabei die Wiedereinführung eines Nachtbusses.
PWG-Mitglied Michael Fux betonte die Notwendigkeit eines besseren ÖPNV-Angebots: „Auch aus der Bürgerschaft kommen immer wieder Informationen, dass der jetzige ÖPNV nicht ausreichend ist. Zudem wünschen sich die Jugendlichen einen Nachtbus.“ Besonders eine neue Bushaltestelle am Kolbenparkplatz würde seiner Meinung nach eine Verbesserung für Einwohner und Gäste bringen. Marina Kirchmayr, Vorsitzende der Bunten Liste, stellte sich dem Antrag grundsätzlich nicht entgegen, hielt jedoch eine weitere Haltestelle in diesem Bereich für überflüssig, da der Bahnhof in unmittelbarer Nähe liege.
Der Antrag wurde kontrovers diskutiert. Erster Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) stellte klar: „Der Antrag beinhaltet wichtige Punkte. Aber hier ist der Landkreis in der Pflicht. Allein der Kleinbus von Linderhof bis Reutte kostet dem Landkreis 80.000 Euro pro Jahr, zudem zahlen die Kollegen aus Österreich auch noch dazu. Die klammen Kassen des Landkreises sind ja jedem bekannt.“
Auch Florian Schwarzfischer, Vorsitzender der Bürgerinitiative Oberammergau, stellte die Finanzierungsfrage: „Ich finde den Antrag eine wünschenswerte Idee, aber was ist zum Beispiel mit den Kosten für eine zusätzliche Bushaltestelle, wer soll diese tragen?“ Rödl erklärte, dass Bau und Unterhalt der Gemeinde obliegen würden.
Zusätzlich kam das Problem der Schulbuszeiten zur Sprache. Derzeit fährt ein Bus bereits um 12:03 Uhr ab, obwohl der Unterricht erst um 12:00 Uhr endet. Doch die Fahrpläne sind eng getaktet, was eine Änderung auf Landkreisebene enorm erschwert.
Mit Blick auf die Zukunft hofft Rödl auf eine Verbesserung der Lage: „Wir haben das alles schon einmal diskutiert. Das Geld für den ÖPNV fehlt im Landkreis. Hoffen wir auf 2026, wenn wir zum MVV-Gebiet gehören. Vielleicht gibt es dann bessere Voraussetzungen.“ Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) koordiniert die Zusammenarbeit der Verkehrsunternehmen in der Region und könnte eine bessere Anbindung bringen.
„Wir müssen die Ausgaben für eine Verbesserung optimieren. Eine ÖPNV-Änderung wird uns und dem Landkreis Geld kosten“, betonte Ludwig Utschneider, Fraktionsvorsitzender der PWG. Eugen Huber von der Liste "Mit Augenmaß" verwies auf strukturelle Unterschiede zwischen Stadt und Land: „Man darf in Sachen ÖPNV nicht das Stadt-Land-Gefälle vergessen. Der ÖPNV, der in der Stadt, ist nicht mit dem ÖPNV bei uns auf dem Land zu vergleichen.“ Längere Strecken, Talschaften, größere Flächen, weniger Einwohner spielen auf dem Land eine entscheidende Rolle für die Planung des Personennahverkehrs.
Trotz des grundsätzlichen Verständnisses für die Anliegen lehnte der Gemeinderat per Abstimmung am Ende alle Punkte des PWG-Antrags ab.
Text / Fotos / Videos Copyright: Dominik Bartl/MedienPics.de
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